Nina Queer im Interview: „Es geht um gegenseitigen Respekt“

Nina Queer im Interview: „Es geht um gegenseitigen Respekt“

 

Die bekannte Berliner Drag-Queen Nina Queer unterstützt den Wahlkampf von Michael Müller und hat für ein Motiv der Berliner SPD-Kampagne Modell gestanden. Wir haben mit ihr über die Wahl und die Kampagne gesprochen.

Sie haben sich für die Kampagne der SPD Berlin ablichten lassen. Das Motto Ihres Motives lautet: Berlin bleibt frei. Was verbinden Sie damit?

Nina Queer: Berlin ist die Stadt, in der jede und jeder sich geben kann, wie es ihm beliebt, und das bereits seit vielen Jahren. Hier ist es egal, ob ich als Mann oder Frau auf die Straße gehe. Diese Freiheit liebe ich an Berlin, und sie ist auch ein Grund, weshalb diese Stadt mein Zuhause ist. Allerdings betrachte ich mit Sorge, wie unsere tolerante Gesellschaft zunehmend durch ausgrenzende und populistische Sprüche gefährdet wird. Deshalb habe ich die SPD bei diesem Motiv unterstützt, um mit deutlich zu machen, worum es bei dieser Wahl eigentlich geht: um eine Richtungsentscheidung.

Sie sind eine bekannte Drag-Queen. Was sagen Sie eigentlich zu dem Weltoffen-Motiv. Das Kopftuch hat für viel Kontroverse gesorgt. Ist das Motiv nicht ein Widerspruch zu Ihrem Freiheitsbegriff?

Nein. Wie ich schon gesagt habe: In Berlin gilt: Jeder/jede wie er oder sie will. Ich kann nicht gleichzeitig Toleranz für mein Lebensmodell einfordern und die Kopfbedeckung einer anderen Person verurteilen. Es geht um den gegenseitigen Respekt, um ein gutes Miteinander, ohne Vorurteile. Für mich stellt das Motiv eine ganz alltägliche Szene dar: eine zufälligen Begegnung in einem U-Bahnhof, wie sie tagtäglich passiert. Und wer sagt eigentlich, dass es sich dabei um eine junge Frau mit Kopftuch handelt. Es könnte doch genauso gut ein Mann in Frauengarderobe sein (lacht). Aber zurück zum Thema: Eine gewisse rechtspopulistische Partei versucht ja gerade mit einem Plakat Homosexuelle gegen Muslime aufzubringen. Nicht sehr glaubhaft, aber dieser Versuch zeigt: Dieser Partei ist alles recht, um die Gesellschaft zu spalten. Da muss man gegenhalten. 

Was erhoffen Sie sich von der Wahl am 18. September?

Dass ich der SPD nahe stehe, ist ja ein offenes Geheimnis. Insofern wünsche ich mir natürlich, dass Michael Müller auch weiterhin Regierender Bürgermeister bleibt. Er steht wie kein anderer in Berlin für den Zusammenhalt der Gesellschaft – unabhängig von sozialer Herkunft, Religion oder sexueller Orientierung. Ausgrenzende, rechtspopulistische Parteien haben in unserem Abgeordnetenhaus nichts zu suchen. Sie passen nicht zu Berlin und schaden nur dem internationalen Ansehen der Stadt. Insofern hoffe ich stark und werbe dafür, dass die Berlinerinnen und Berliner sich genau angucken, wen sie wählen. Jede Stimme zählt – bei dieser Wahl besonders. 

 

 

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